Hofburg Brixen: Martin Rainer. Das Werk vor dem Werk 

Sonderausstellung in der Hofburg Brixen vom 15. Juni bis zum 31. Oktober 2019   

Martin Rainer (1923–2012) ist ein Bildhauer, der über die Landesgrenzen hinaus für seine Denkmäler, Brunnen, Kirchenausstattungen und Grabzeichen bekannt ist. Die Ausstellung in der Hofburg rückt einen bislang wenig bekannten Aspekt seines Schaffens in den Vordergrund und zeigt erstmals eine Auswahl seiner Modelle aus Gips. Das Modell bildet in einem verkleinerten Maßstab einen vorhandenen oder noch zu schaffenden Gegenstand ab. 

Für Martin Rainer war das Modell ein wichtiger Teil seines Schaffensprozesses. Es ermöglichte ihm, die Gegebenheiten vor Ort nachzuempfinden – etwa die Kirchenräume für seine Altäre oder die Plätze für Brunnen und Denkmäler – und seine Entwürfe somit ihrem Umfeld anzupassen. Im Modell selbst erprobte er die Wirkung seiner Idee für das zu schaffende Kunstwerk im Kontext.
Die Modelle stehen also am Anfang. Sie sind eine Vorstufe für die eigentlichen Arbeiten, das Werk vor dem Werk. In ihnen sind nicht nur die Denkansätze, gestalterischen Zugänge und Lösungen angelegt. In ihnen wird – mehr noch als in den ausgeführten Arbeiten – der Prozess künstlerischen Werdens tatsächlich ablesbar.

Die Ausstellung in der Hofburg zeigt eine Auswahl dieser Modelle Rainers und lenkt ihren Blick auf einen Teil des Schaffensprozesses des Bildhauers, der maßgeblich und fundamental für die Arbeitsweise von Martin Rainer war und der Öffentlichkeit bisher verborgen blieb. 

Zur Ausstellung erscheint ein bebilderter Katalog. 

Biographisches zu Martin Rainer 
1923 geboren in Unser Frau in Schnals
1945/46 in amerikanischer Kriegsgefangenschaft in Neapel
ab 1947 Besuch der Kunstschule von Gröden
1957–1959 Besuch der Akademie der Bildenden Künste in München 
1964 Heirat mit Klementine Tappeiner und Übersiedlung nach Brixen 
2012 Martin Rainer stirbt in Brixen

Auswahl öffentlicher Werke
Brunnen: Kloster Marienberg/Burgeis (1969), Kloster Säben/Klausen (1986), für den 1998 neu gestalteten Domplatz in Brixen 
Kriegerdenkmäler: Innichen (1975), Lüsen (1987)
Kirchenausstattungen: Altarmensa für den Volksaltar im Dom zu Brixen (1966), Altar, Ambo, Tabernakel und Sedilien für den Dom von Innichen (1980), Taufbecken für die Pfarrkirche Seis am Schlern (1983), Plastik der Heiligsten Dreifaltigkeit für den Hochaltar der Pfarrkirche von St. Georgen bei Bruneck (1992/93)
Anderes: Porphyrkruzifix für den Friedhof in Brixen (1963), Porträt des Kardinals Nikolaus Cusanus in der Cusanus-Akademie in Brixen (1964), Bischofsstab, Brustkreuz und Ring für Bischof Wilhelm Egger (1986)

Ausstellungsort und Öffnungszeiten 
Hofburg Brixen, Hofburgplatz 2, 39042 Brixen, Tel. 0472 830505, info@hofburg.it, www.hofburg.it
bis 31. August 2019, täglich 10–18.30 Uhr 
1. September bis 31. Oktober 2019: Di–So 10–17 Uhr 

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