Der Codex Buranus - ein außergewöhnliches Konzert in Brixen am 27. Juli

Sounding out the Codex Buranus: Thirteenth-Century Songs from Brixen

Freitag, 27. Juli 2018, 20 Uhr. Hofburg Brixen

Der Codex Buranus ist eine der wohl bekanntesten Handschriften des Mittelalters — nicht nur aufgrund von Carl Orffs weithin vertrauter Neu-Vertonung einiger ihrer Texte ("Carmina Burana"). Trotz einer über 200-jährigen Forschungs- und Rezeptionsgeschichte bleibt die Sammlung jedoch ein Mysterium: Ihre Vielschichtigkeit — Text und Musik; geistliche und weltliche Themen; Latein und Volkssprache — hat dazu geführt, dass die Handschrift durch das Rasterder modernen Wissenschaftsdisziplinen gerutscht und Gegenstand von Einzelstudien geblieben ist. Während die Entstehungszeit der Sammlung um 1230 heute als recht gesichert gilt, ist der Herkunftsort weiterhin umstritten. Die jüngere Forschung tendiert jedoch zu einem Ursprung in Südtirol, möglicherweise im Umfeld des Klosters Neustift oder der Kathedralschule zu Brixen.

Internationale Tagung in Brixen: Was weiß man über den Codex Buranus?

Das Konzert vom 27. Juli ist Teil einer internationalen, interdisziplinären Tagung zum Codex Buranus. Ein Team renommierter WissenschaftlerInnen wird in diesem Rahmen die vielfältigen Fragen, welche die Sammlung aufwirft, intensiv diskutieren, um neue Forschungsprojekte zum Faszinosum Codex Buranus zu entwickeln. Essentieller Bestandteil dieser Zielsetzung ist das Konzert: Es soll die Möglichkeit bieten, auf der Tagung diskutierte Probleme zur historischen und modernen Aufführungspraxis der Lieder der Sammlung gemeinsam mit einem professionellen Ensemble auszuprobieren. Darüber hinaus erlaubt die fachkundige Moderation der KünstlerInnen dem Konzertpublikum einen einmaligen Einblick in die spannende Brixener Musikwelt des dreizehnten Jahrhunderts.

Das Ensemle Rumorum gastiert in der Hofburg Brixen

Grace Newcombe (Gesang und musikalische Leitung), Félix Verry (Fidel) und Maria Winter (Flöte) haben alle an der Schola Cantorum Basiliensis studiert und dort das Ensemble Rumorum (www.rumorum.com), mit welchem sie bereits an diversen Wettbewerben und Festivals teilgenommen haben, gegründet. Die Aufgabe der Schola ist sowohl die Ausbildung professioneller Musiker und Laien, wie auch die Erforschung historischer Musikpraxis.

Diese Arbeit zeichnet sich durch ein Wechselspiel von Reflektieren und Experimentieren aus: Beides geschieht im aufführungspraktischen Spannungsfeld zwischen historically informed performance und einer rekonstruktiven historischen Musikpraxis. Gefördert wird das Konzert von der Universität Bern, der Freien Universität Bozen, der schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften und der Stadt Brixen.

Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei. Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung finden Sie auf www.hofburg.it

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