"Brixen in alten Ansichten": Sonderausstellung in der Hofburg Brixen

Brixen, die Bischofsstadt an Eisack und Rienz, steht im Mittelpunkt der Ausstellung. Zahlreiche Grafiken und Zeichnungen zeigen Stadtveduten, Ansichten einzelner Gebäude und Motive aus der Umgebung. Die Blätter spannen einen Bogen von der ältesten druckgrafischen Ansicht Brixens aus dem Jahr 1588 bis zum frühen 20. Jahrhundert.

Wolfgang Hellrigl (†) und Martina Stanek trugen in jahrelanger Kleinarbeit eine umfangreiche Sammlung alter Ansichten der Stadt Brixen zusammen. Neben historischen Ansichten von Brixen, welche bereits im Vorfeld bekannt und erforscht waren, legten sie ihr Augenmerk vor allem auf die weitgehend unbekannten Veduten. So versuchten sie sämtliche alte Ansichten von Brixen und dem nahe gelegenen Augustiner Chorherrenstift Neustift ausfindig zu machen und nach Möglichkeit für die eigene Sammlung zu erwerben. Diese umfasst Druckgrafiken, Zeichnungen und Aquarelle, die sowohl Ansichten der gesamten Stadt als auch einzelner Gebäude zeigen. Auch Stadtpläne oder Blätter mit Motiven aus der Umgebung von Brixen fanden Eingang in die Sammlung.

Eine der bekanntesten Ansichten von Brixen ist jene von Matthäus Merian d. Ä. aus dem Jahr 1649. Auffallend detailliert hielt Merian die Gebäude und Straßen der Stadt fest. Nicht von ungefähr diente seine Vedute späteren Radierern und Stechern als Vorlage für ihre eigenen Werke. Durch die Erfindung der Lithografie – einer neuen Drucktechnik – wurde es im 19. Jahrhundert möglich, Blätter in höherer Auflage zu drucken und sich somit an ein breiteres Publikum zu wenden. Zeitgleich veränderte sich die Darstellungsweise der Brixner Ansichten: Die Stadt wurde nun zunehmen in ein atmosphärisches Umfeld eingebettet. Charakteristisch dafür sind Staffagefiguren im Vordergrund wie Personen in Brixen Tracht, Bürger in vornehmer Kleidung des Biedermeier sowie Kühe, Schafe und Ziegen. Die Eröffnung der Brennereisenbahn 1867 läutete ein neues Zeitalter für Brixen ein. Der wirtschaftliche Aufschwung brauchte zunehmenden Wohlstand mit sich, die Zahl der Einwohner und der Häuser stieg an. Auch solche Veränderungen können an den Stadtveduten abgelesen werden.

Die einzigartige Sammlung alter Ansichten der Stadt Brixen, die Wolfgang Hellrigl und Martina Stanek aufgebaut haben, ist eine Schenkung von Martina Stanek an die Hofburg Brixen. In der Sonderausstellung sind sämtliche Blätter der Sammlung Hellrigl/Stanek im Original zu sehen. Zudem sind die Ansichten samt ausführlichen Informationen an einer digitalen Station einsehbar, die über den Zeitraum der Ausstellung hinaus einen spannenden Einblick in die Geschichte der Stadt Brixen bietet.

Ausstellungsort und Öffnungszeiten
Hofburg Brixen, Hofburgplatz 2, 39042 Brixen
www.hofburg.it
6. Oktober – 31. Oktober 2018, Di–So 10–17 Uhr
15. März – 31. Oktober 2019, Di–So 10–17 Uhr

Für Gäste des Hotels Elephant ist der Eintritt zur Ausstellung mit der BrixenCard kostenfrei.

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